Liegt im Blut: An den Berufsweltmeisterschaften in Lyon gewann Felix Kuster die Silbermedaille. Zum Erfolg verholfen hat ihm dabei Steinmetz-Experte und Berufstrainer August Kuster, der Cousin von Felix’ Vater. Nun wird der Schmerikoner Trainer mit dem Förderpreis der Hans Huber Stiftung geehrt.
Lyon, September 2024: Felix Kuster aus Rapperswil-Jona gelang es in der Berufskategorie Steinmetz an den Berufsweltmeisterschaften – den WorldSkills – den zweiten Platz zu belegen. Mitverantwortlich für diesen grossen Erfolg ist sein Trainer und Verwandter August Kuster. Der 57-Jährige war 1989 an der Berufs-WM in Birmingham bereits selbst Teilnehmer als Steinmetz. Von 1995 bis 2003 engagierte sich Kuster als Experte und Chefexperte mit fünf Teilnahmen an den WorldSkills. Seit 2019 hat er seine Tätigkeit als Experte für die World- und EuroSkills wieder aufgenommen.
Den Wettkampf lieben
«Felix liebt den Wettkampf», antwortet Kuster auf die Frage, was die Stärken seines Kandidaten waren. Bereits im ersten Lehrjahr 2020 habe Felix an den SwissSkills starkes Interesse an den nationalen Wettkämpfen gezeigt. Hinzukommt, dass der junge Steinmetz «nebst seinem grossen Talent auch genügend Ehrgeiz» besitze. Zusammen mit einem Team von ehemaligen erfolgreichen Berufsmeisterschafts-Teilnehmern trainierte August mit Felix Kuster. Über etwa zehn Monate verteilt gab es mehrere mehrtägige gemeinsame Trainingseinheiten. Der Vizeweltmeister habe insgesamt ungefähr sechzig Tage aktiv trainiert. «Da er aber während der Vorbereitungszeit als Steinmetz gearbeitet hat, kann man diese Zeit auch noch hinzuzählen», erklärt sein Trainer August Kuster. Neben dem fachlichen Training erhielt der Silbermedaillengewinner separat auch mentales Coaching.
Fast 30 Jahre später wieder Lyon
Nach langer Vorbereitungszeit war der Moment schliesslich gekommen. Während der Weltmeisterschaft diskutierten Kuster und sein Schützling jeweils die genauen Abläufe und tauschten sich täglich beim Mittagessen aus. An den Abenden bekam Felix bewusst genügend Zeit, um sich erholen zu können. Die Weltmeisterschaft in Lyon erinnerte den Berufstrainer an seinen ersten Einsatz als Coach, da dieser 1995 ebenfalls in Lyon stattgefunden hatte. «Alles ist viel grösser und internationaler geworden», bemerkt Kuster. Beide Male sei der amtierende französische Präsident anwesend gewesen – damals noch Jacques Chirac und im vergangenen Jahr Emmanuel Macron.
Mehr als das Übliche leisten
August Kuster sieht es «als notwendig an, junge Berufsleute wie Felix zu motivieren, mehr als das Übliche zu leisten». Deshalb versucht er als Trainer, junge Steinmetze von seiner langjährigen Erfahrung profitieren zu lassen. Junge talentierte Personen gebe es gemäss Kuster in der Baubranche aktuell zu wenige. Positiv gesehen haben «Steinmetze aus diesem Grund gute Möglichkeiten, später schnell Verantwortung zu übernehmen und sind sehr gesucht». Den Förderpreis der Hans Huber Stiftung zu erhalten, bedeutet ihm persönlich und für seine Branche viel: «Es ehrt mich, dass unsere grossen Anstrengungen, die wir täglich machen, Gehör und Anerkennung finden.»

Stolz stehen sie hinter dem fertigen Steinprodukt: Berufstrainer August Kuster (links) und Silbermedaillengewinner Felix Kuster.