Gold lautet die Entscheidung der Jury an den Berufsweltmeisterschaften 2024 für Michael Bieri. Sein Trainer Hansjörg Rechsteiner aus Brülisau freut sich über den Erfolg und erhält nun den Förderpreis der Hans Huber Stiftung für seinen Verdienst.
«Michael hat sich in den Trainingseinheiten sehr gut vorbereitet, seine Stärken verfeinert und bewusst an seinen Schwächen gearbeitet», erklärt der Berufscoach Hansjörg Rechsteiner begeistert. Und das harte Training hat sich gelohnt: an den WorldSkills 2024 in Lyon – den Weltmeisterschaften für Berufe – erhielt Michael Bieri aus Süderen BE die Goldmedaille im Beruf Zimmermann.
Weiss, was er macht
Der selbst ebenfalls gelernte Zimmermann Hansjörg Rechsteiner bringt viel persönliche Erfahrung ins Coaching mit: Als Teilnehmer wurde er 1997 Zweiter bei den Schweizermeisterschaften, ein Jahr später gewann er die Europameisterschaften. Auch in Montréal in Kanada hiess es für den Brülisauer 1999 an den Berufsweltmeisterschaften Gold. «Seit 2000 bin ich im Nationalteam von Holzbau Schweiz engagiert», erzählt Rechsteiner. Und seit sechs Jahren sei er nun Experte für die WorldSkills. Da das Training von Michael Bieri vom Nationalteam Holzbau Schweiz übernommen wurde, profitierte der WM-Sieger von 2024 nebst Rechsteiner auch noch von der Erfahrung anderer Trainer. «Dadurch kann der Kandidat jedes Mal wieder neue Inputs mitnehmen», erläutert Coach Hansjörg Rechsteiner.
Vielfältiges Training erhalten
Solche lehrreichen Inputs kamen bei Bieri nicht zu kurz. Der junge Zimmermann trainierte ein halbes Jahr lang intensiv, bevor die WM in Lyon im September 2024 stattfand. Doch der Berufstrainer gesteht: Bereits zuvor habe sich sein Kandidat durch «Trainings, SwissSkills, Vorausscheidungen und EuroSkills sehr gute Fähigkeiten angeeignet». Fachlich wurde der Goldmedaillengewinner von Holzbau Schweiz auf den grossen Wettkampf vorbereit. Hier wurde ihm gemäss Rechsteiner das Zeichnerische und das Handwerkliche vermittelt. Die mentale Vorbereitung wurde direkt vom SwissSkills-Nationalteam übernommen. Hansjörg Rechsteiner trainierte über einen Zeitraum von zwei Jahren insgesamt etwa 50 Tage mit seinem Schützling für die Berufsweltmeisterschaft.
Gute Erfahrungen machen
Und das lange Training hat sich bezahlt gemacht: Die Goldmedaille für den Zimmermannsberuf wanderte 2024 in die Schweiz. Den stolzen Trainer Rechsteiner motiviere es immer wieder, jungen Berufsleuten das zu ermöglichen, was er vor über 25 Jahren selbst erleben durfte. «Die Erfahrungen sind auf beruflicher und persönlicher Ebene unbezahlbar.» Lehrabsolventinnen und -absolventen des Berufes Zimmermann rät der 46-Jährige, das Arbeiten mit dem «natürlichen Baustoff Holz» zu geniessen. Für seine Leistung als Coach für Zimmermänner nun den Förderpreis der Hans Huber Stiftung zu erhalten, erfüllt Rechsteiner mit Stolz: «Es ist eine grosse Wertschätzung für die Berufslehre, für das Zimmermannshandwerk und auch für meine Arbeit als Experte und Trainer.»

Die beiden posieren glücklich mit der Goldmedaille: Berufstrainer Hansjörg Rechsteiner (links) und WM-Sieger Michael Bieri.