Ein Unternehmer mit Herzblut für den Berufsnachwuchs, ein musikalischer Wertevermittler und mehrere erfolgreiche Berufstrainer erhielten Auszeichnungen der Hans Huber Stiftung. Die Preisverleihung fand am Freitagabend, 10. Oktober 2025, in Heerbrugg statt.
Vom unbegleiteten, minderjährigen Flüchtling zum Chefmonteur: Diese Karriere habe Magnus Hugentobler einem seiner Lehrlinge im Wassertechnik-Unternehmen HWT ermöglicht, sagte Christian Fiechter, Präsident der Hans Huber Stiftung. Es sei nur eine von über 100 Karrieren, die Hugentobler in den letzten fast 40 Jahren mitlanciert habe. Seither sei sein Unternehmen in Au (CH/SG) vom Einmann-Betrieb zum Marktführer gewachsen – ganz im Sinne von Hugentoblers Motto «Wachstum braucht Lernende». Seine Firma hat er mittlerweile an die nächste Generation übergeben. Nun erhielt Magnus Hugentobler den mit insgesamt 40’000 Franken dotierten Anerkennungspreis.
Fertigkeiten und Werte vermitteln
Als zweiten Preisträger zeichnete die Hans Huber Stiftung Thomas Graf aus: Der Frontmann der Erfolgsband Megawatt leitet die Berufsbildung des Heiz- und Klimatechnikunternehmens Hoval in Vaduz (FL). Nebst fachlichen Fertigkeiten vermittle Graf seinen Lernenden auch Werte. Dazu zähle beispielsweise sein Motto: «Ich verliere nie – entweder ich gewinne, oder ich lerne!» Damit habe er es auch schon geschafft, bei vermeintlich «hoffnungslosen Fällen» die Stärken ans Licht zu bringen und sie fit für die berufliche Zukunft zu machen. «Es freut mich, Thomas Graf für diese Vorbildrolle auszuzeichnen», betonte Christian Fiechter in seiner Laudatio.
Leistungen sichtbar machen
Im Rahmen der 26. Preisverleihung der Hans Huber Stiftung in Heerbrugg wurden darüber hinaus fünf Berufstrainer mit einem Förderpreis geehrt: Tobias Hugentobler aus Rickenbach bei Wil, August Kuster aus Schmerikon, Hansjörg Rechsteiner aus Brülisau, Urs Dörig aus Unterschlatt und Martin Schär aus Bütschwil hatten ihre Schützlinge an den letzten Berufsweltmeisterschaften (WorldSkills) in Lyon zu einer Medaille geführt. Mit ihrem Engagement stellten sie eindrücklich unter Beweis, dass die schweizerische Berufsbildung international Massstäbe setze, betonte Christian Fiechter. Daran knüpfte die liechtensteinische Regierungschefin Brigitte Haas in ihrer Festrede an: «Die duale Berufsbildung ist ein Erfolgsmodell. Sie verdient Anerkennung, Förderung und Wertschätzung.» Wie die Schweiz sei das Fürstentum Liechtenstein stolz auf die duale Berufsbildung, die Theorie und Praxis verbinde und jungen Menschen schon früh wertvolle Berufserfahrungen ermögliche. Sie habe selbst eine Lehre gemacht – die kaufmännische Ausbildung bei der Landesverwaltung. Der Hans Huber Stiftung danke sie dafür, herausragende Leistungen rund um die Berufsbildung sichtbar zu machen.
Vom Lehrling zum Topmanager
Für Christian Fiechter war es die letzte Preisverleihung als Präsident der Hans Huber Stiftung: Er hatte das Amt vor 19 Jahren übernommen. Stiftungsrat Nick Huber, Sohn von Stiftungsgründer Hans Huber, bedankte sich mit den Worten: «Der Erfolg der Hans Huber Stiftung hat viel mit deiner Person zu tun!» Mit seinem Werdegang und seinem Leistungsausweis sei er selbst das perfekte Aushängeschild für die Stiftung gewesen: Fiechter hatte seine berufliche Karriere 1963 nämlich mit einer kaufmännischen Lehre beim heutigen Weltkonzern SFS lanciert. Später war er bis ins Topmanagement und in den Verwaltungsrat des Unternehmens aufgestiegen. Fiechters Nachfolger als Stiftungspräsident wird Jens Breu – heutiger CEO der SFS Group und einstiger Werkzeugmacher-Lehrling.

Christian Fiechter (rechts) gratuliert Magnus Hugentobler (links) und Thomas Graf zum Anerkennungspreis der Hans Huber Stiftung.